Sachen mit Wœrtern

Zeitschrift für Literatur und Ähnliches

Unheimliche Absperrbänder

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An einem Freitag dem Dreizehnten sind Unfälle und Absperrbänder nicht wirklich unvorhersehbar. Um ein Absperrband ohne Unglück ging es am 13. Februar in der Kurzprosa von Sofie Lichtenstein. Irgendwie kennen wir das ja alle, wir laufen gewohnte Wege, aber etwas ist anders, zum Beispiel ein Durchgang gesperrt, man muss einen Umweg machen, denkt nicht weiter drüber nach, und gerade, wenn man vorbeigelaufen ist, merkt man mit einem Mal, dass es überhaupt keinen ersichtlichen Grund für das Vorhandensein dieses speziellen Absperrbandes gibt. Dann geht es los, die Gedanken verselbstständigen sich, laufen in verschiedene Richtungen, beschwören Stimmungen herauf, eine Geschichte beginnt …

So folgte auch dieser Abend ganz verschiedenen literarischen Pfaden. Susanne Schmidts Kurzgeschichte führte die Abkürzung „NSA“ auf einen „Nationalen Spinnenangriff“ zurück, Kathrin B. Külows Lyrik katapulierte in intensiven Bildern aus der Stadt in eine sich in Formen auflösende Natur – „landschaft gerundet dunkle läufe“. Valentin Moritz folgte in seinem Text den Schritten eines Mannes in einem Raum mit vergitterten Fenstern irgendwo in Lateinamerika, dahinter Wälder, eine „sinnlose Brücke“. „… ich liege neben dir knistere“, las Kathrin Bach von elektrisch aufgeladenen Sommerwiesen. In Clemens Schittkos satirischen Gedichten war dagegen alles „Scheiße“. Wortwörtlich.

Ein Abend mit Texten, wie sie unterschiedlicher gar nicht hätten sein können, vielleicht hatten wir gerade deswegen eine Menge Spaß. Natürlich trug auch der Veranstaltungsort einen nicht unerheblichen Anteil dazu bei. Die MAPUbar kann an dieser Stelle als eine der gemütlichsten Bars Neuköllns (wenn nicht gar Berlins) gelobt werden. Leckeres Craft Beer, gemütliche Sitzgelegenheiten, eine wie ein Truthahn gurrende Tür und aztekische (?) Götterfiguren an der Wand, ganz zu schweigen von den ausgeprochen netten Menschen, die dort arbeiten. Wir können also allen nur empfehlen, in der Schierker Straße 35 vorbeizuschauen – auch wenn einmal nicht gerade eine Lesung stattfindet. Sachen mit Wœrtern wird außerdem ab jetzt immer da sein: Am Tresen gibt es die Dunst-Ausgabe zu erwerben.

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